Feste Verbindungen mit Adjektiven

04.01.2012

Adjektive schreibt man als Teile von Eigennamen groß (dasselbe gilt für Partizipien und Zahlwörter):

Klingeling, so klingt’s im Großen Belt. Das ist der Schellfisch, der da schellt. (Heinz Ehrhardt)
Der Kahle Asten ist gar nicht der höchste Berg Nordrhein-Westfalens.
Die Städtischen Krankenanstalten sind nicht die einzigen städtischen Krankenanstalten in unserem Kreisgebiet.

Das gilt generell nicht für substantivische Wortgruppen, die zwar auch zu festen Verbin-dungen geworden sind, jedoch keine Eigennamen darstellen; hier werden die Adjektive kleingeschrieben:

offene Ganztagsschule, Tag der offenen Tür, die öffentliche Hand, italienischer Salat, neues Jahr, die neuen Bundesländer, schwarzes Schaf, das große Latinum, die mittlere Reife etc.

Gleiches gilt für Verbindungen, die eine neue idiomatische Gesamtbedeutung gewonnen haben, so z.B.: schwarzes Brett (= Anschlagtafel), weißer Tod (= Lawinentod) u. Ä. Hier ist die Groß-schreibung aber immerhin möglich, also ebenso: Schwarzes Brett, Weißer Tod.

Allerdings werden in einigen Wortgruppen Adjektive regelmäßig großgeschrieben, obwohl es sich in diesen Fällen nicht um Eigennamen handelt; hierzu zählen:

  • Titel, Ehren- oder Amtsbezeichnungen: der Erste Vorsitzende, der Heilige Vater, der Regierende Bürgermeister u. Ä.
  • besondere Kalendertage: der Erste Mai, der Heilige Abend u. Ä.
  • fachsprachliche Bezeichnungen von Arten, Unterarten und Rassen: Rußige Falschmaus, Furchenlippige Kerbameise, Fleißiges Lieschen u. Ä.

Schließlich werden Adjektive häufig auch in Verbindungen mit terminologischem Charakter großgeschrieben:

gelbe/Gelbe Karte, gelbes/Gelbes Trikot, erste/Erste Hilfe, goldener/Goldener Schnitt, kleine/Kleine Anfrage, neue/Neue Medien u. Ä. Für die hier genannten Beispiele wird jeweils die Großschreibung des Adjektivs empfohlen.

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