Fremdsprachen-Akzent-Syndrom

02.10.2010

Der jüngste Fall wurde aus England gemeldet: Infolge eines schweren Migräne-Anfalls spricht die Britin Kay Russell plötzlich Englisch mit einem französischen Akzent. Bei der Krankheit, die der 49-jährigen schwer zu schaffen macht, handelt es sich um eine anerkannte Sprachstörung, die meist als fremder Akzent interpretiert wird;
sprachwissenschaftlich betrachtet ist es eine markante Änderung der sogenannten Sprachmelodie, die für die Betroffenen massive psychische Folgen haben kann. Das “Foreign Accent Syndrom” (deutsche Übersetzung: “Fremdsprachen-Akzent-Syndrom”, kurz: FAS) ist eine äußerst seltene neurologische Erkrankung und kann durchaus mit Schädigungen im Sprachzentrum des Gehirns verglichen werden, wie sie beispielsweise auch nach Schlaganfällen oder Gehirntraumata auftreten. Die beschriebene Akzentphase kann zwar vorübergehen, allerdings auch dauerhaft sein. Die schlechte Nachricht: Eine Therapie gibt es für die in der Wissenschaft seit rund 70 Jahren bekannte Krankheit bisher nicht. Ein BBC-Kurzporträt von Kay Russell ist verfügbar unter:

http://www.youtube.com/watch?v=dVlio_s27Bs

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