Redewendung - Blau in der Sprache

01.11.2010

Blaues Blut in den Adern haben

Die Redewendung im Sinne von „adliger Abkunft sein” geht auf den spanischen Begriff sangre azul (= blaues Blut) zurück und bezog sich ursprünglich auf die westgotischen Adligen, durch deren helle Haut – im Gegensatz zu der dunkelfarbigen Haut der Mauren – die Adern bläulich durchschimmerten.

 

Sein blaues Wunder erleben

Blau ist im älteren Sprachgebrauch die Farbe der Täuschung und der Lüge. In der vorliegenden Wendung hat sich diese negative Bedeutung auf den Aspekt der Überraschung verlagert: Wer sein blaues Wunder erlebt, erlebt also eine äußerst unangenehme Überraschung. Der Bursche soll mir mal nach Hause kommen! Der wird sein blaues Wunder erleben.


Einen blauen Brief bekommen

Ein sogenannter blauer Brief verheißt in jedem Fall nichts Gutes. Entweder bezeichnet er ein Kündigungsschreiben oder einen Mahnbrief an die Eltern eines Schülers, dessen Versetzung gefährdet ist: Seine Mutter saß in der Küche und weinte, er hatte den blauen Brief des Direktors bekommen. / In der Dienststelle rätselte man herum, wer alles einen blauen Brief bekommen könnte. – Der blaue Brief hat seinen Namen von den blauen Umschlägen preußischer Kabinettsschreiben im 19. Jahrhundert, mit denen auch Offiziere aufgefordert wurden, ihren Abschied zu nehmen.

In der englisschprachigen Welt spricht man in diesem Zusammenhang übrigens von einem     „pink slip“ – was übrigens nur im deutschen Sinne des Wortes etwas „schlüpfrig“ klingen mag - denn im Englischen würde man dieses Kleidungsstück eindeutig als „panties“ bezeichnen...

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