Wortschatz der Seefahrt - Übernahmen und Lehnübersetzungen

13.10.2010

Für die deutsche Handelsschifffahrt und auch die Kriegsmarine war das britische Seewesen (jedenfalls ein fachsprachliches) Vorbild. Infolgedessen wurden aus dem Englischen auch viele seemannssprachliche Ausdrücke direkt übernommen, bspw. Log (= Gerät zur Messung der Schiffsgeschwindigkeit, englisch log, eigentlich „Klotz, der an einer Leine hinter dem Schiff hergezogen wurde”), Pier (= Hafendamm, Landungsbrücke), Steward (ursprünglich „Schiffskellner”, später dazu auch die weibliche Form Stewardess).

Als Lehnübersetzungen (bei der alle Teile des Fremdwortes wörtlich übersetzt werden) wurden halbmast (für engl. halfmast) und überholen (= [ein Schiff] auf technische Mängel überprüfen; engl. to overhaul) gebildet. Die Bezeichnung Lotse (gekürzt aus älter Lootsmann, älter englisch lodes-, loadsman) für jemanden, der ein Schiff durch schwierig zu befahrende Gewässer lenken kann, ist bereits im 17. Jahrhundert über niederdeutsche und niederländische Vermittlung aus dem Englischen entlehnt worden. Unsere Bezeichnung Brecher als Bezeichnung für eine sich überschlagende hohe Meereswelle, eine Sturzsee, ist die Lehnübersetzung des englischen Ausdrucks breaker, ebenso wie Landratte das englische landrat wiedergibt.

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